Hochwertiger Dünger für den Biobetrieb kommt aus der eigenen Biogasanlage

Mit einer 75 kW Biogasanlage lassen sich Gülle, Mist und Futterreste aus der landwirtschaftlichen Produktion auf sinnvolle Weise weiterverwerten. Bei der Biogasgewinnung kommt es zu einer Veredelung dieser klassischen Wirtschaftsdüngerbestandteile

Mit einer 75 kW Biogasanlage lassen sich Gülle, Mist und Futterreste aus der landwirtschaftlichen Produktion auf sinnvolle Weise weiterverwerten. Bei der Biogasgewinnung kommt es zu einer Veredelung dieser klassischen Wirtschaftsdüngerbestandteile.

Kevin Holl ist Bio-Landwirt in Spangenberg nahe Kassel (Hessen). Den Hof mit 120 Milchkühen und 120 Stück weiblicher Nachzucht bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau Stefanie. Die Kühe geben durchschnittlich 6.500 Liter Milch pro Jahr. Zum Hof gehören auch 190 Hektar Grünland und rund 25 Hektar Ackerland.

Seit Mai 2018 betreiben Holl und seine Frau auch eine eigene Biogasanlage.

„Da wir als Biobetrieb keinen mineralischen Dünger einsetzen dürfen, war neben der umweltfreundlichen energetischen Verwertung von Gülle und Mist ein Hauptgrund für den Bau der Anlage, dass wir damit die Qualität unseres Wirtschaftsdüngers verbessern können.

erläutert Kevin Holl seine Entscheidung. Rund 6.000 Kubikmeter Rindergülle, 300 Tonnen Rindermist und 300 Tonnen Gras fließen nun vermischt jährlich als Substrat in die Biogasanlage, bestehend aus einem Fermenter und einem gasdichten Gärproduktlager.

„Vorher hatten wir immer das Problem, dass sich Schwimmschichten im Lagerbehälter für die Rohgülle bildeten. Wenn die Gülle zu dickflüssig ist, sickert sie nicht richtig in den Boden ein und verschmutzt das Futtergras. Die Biogasanlage löst das Problem und produziert einen hochwertigen Dünger für uns.“,

ergänzt Holl und weist noch auf einen weiteren entscheidenden Vorteil der Mist- und Gülleverarbeitung in der Biogasanlage hin:

„Der ausgegaste Gärrest, den wir jetzt als Dünger einsetzen, ist wesentlich geruchsärmer als die Rohgülle. Das schafft eine bessere Akzeptanz für unseren Betrieb im Ort. Die Leute waren nach anfänglicher Skepsis positiv überrascht.“

Kurze Bauzeit, hohe Wirtschaftlichkeit

Die 75 kW FarMethan Anlage haben die Biogas-Spezialisten der ÖKOBIT GmbH aus Föhren konzipiert und errichtet. Auch die Genehmigungsplanung im Vorfeld hatte ÖKOBIT übernommen. Dann wurde die kleine Biogasanlage in nur 10 Wochen gebaut und konnte Mitte Mai 2018 zum ersten Mal befüllt werden. Plangemäß produzierte die Anlage dank eines schnellen Aufheizprozesses mit Hilfe einer hochleistungsfähigen Edelstahl-Heizung schon nach drei Wochen so viel Gas, dass das angeschlossene Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen werden konnte.

Das System 75 kW FarMethan zeichnet sich durch seine kompakte Bauweise aus und kann auch bei kleinem Platzbedarf optimal in den landwirtschaftlichen Betrieb integriert werden. Der Fermenter fasst mit seinen 16 mal 6 Metern rund 1.200 Kubikmeter Substrat. Ein Paddelrührwerk sorgt für eine gleichmäßige Konsistenz des Gärguts, so dass weder Schwimm- noch Sinkschichten im Behälter entstehen können. Ein ÖKOBIT-Special ist die interne Luftentschwefelungseinheit per Kunststoffgewebe in Kombination mit einem großen externen Entschwefelungsfilter, gefüllt mit einem speziellen Eisengranulat.

„Die gute interne Entschwefelung in beiden Behältern und die vergleichsweise große Füllmenge unseres externen Filters von 600 Kilogramm wird dazu beitragen, dass eine Filter-Standzeit von voraussichtlich mehr als zwei Jahren erreicht werden kann. Dies geht mit weitaus geringeren Betriebskosten einher als bei vielen anderen Entschwefelungskonzepten, die auf dem Markt existieren. Zudem fallen für den Betreiber keine Entsorgungskosten für das beladene Filtermaterial an.“   

sagt Florian Pelzer, Vertriebsleiter bei ÖKOBIT, stolz.

Höchste Wirtschaftlichkeit schon beim Input-Eintrag

Für den Edelstahl-Feststoffeintrag, der als Direkteintrag erfolgt, wurde auf dem Hof von Kevin Holl die Hanglange des vorhandenen Geländes ausgenutzt. Eine Vorzerkleinerung des Inputs ist bei dem von ÖKOBIT gelieferten System übrigens nicht nötig. Selbst bei 100% Misteintrag ist ein störungsfreier Betrieb gewährleistet. Dafür sorgen große, so genannte Auflöseschnecken. Eine hohe Wirtschaftlichkeit aufgrund eines geringen Strombedarfs wird durch die lastüberwachte Eintragsschnecke gewährleistet. Dank energiesparender Exzenterschneckenpumpen gelangt auch Gülle mit hohem TS-Gehalt ohne Probleme in den Fermenter.

Alle Leistungen vom Biogasprofi

Die Konzeptentwicklung basiert auf der jahrelangen Erfahrung von ÖKOBIT als Anlagenbauer und als Anlagenbetreiber. In 18 Jahren haben die Föhrener Biogasprofis mehr als 200 Anlagen weltweit geplant und errichtet.

Als innovative Anlagenbauschmiede richtet ÖKOBIT bei der Konzeptentwicklung das Augenmerk auf eine hohe Anlageneffizienz bei gleichzeitig vertretbaren Investitionskosten über den gesamten Lebenszyklus. Zum Einsatz kommen hochwertige und robuste Materialien (Edelstahl, PE, PP). Der Fokus liegt auf der Minimierung von Betriebskosten (Strom, Verschleiß, Entschwefelung) bei gleichzeitig geringem täglichem Aufwand für den Betreiber. Typisch für alle ÖKOBIT-Biogasanlagen ist eine maximale Substrat- und Betriebsflexibilität durch robuste Dosier-, Rühr-, Pump-, Heiz- und Gasspeichertechnik. Ein automatisch überwachter Anlagenbetrieb (via ABB Industrie Prozessleitsystem) mit proaktiver Betreiberunterstützung ist für den Full-Service-Dienstleister selbstverständlich. So können sich Energie-/Landwirte auf ihre eigentlichen Aufgaben in der Tierhaltung konzentrieren.

Kevin Holl ist denn auch mit der Planung, Errichtung und Betreuung seiner Anlage durch ÖKOBIT vollauf zufrieden. Er hatte über die ÖKOBIT-Homepage eine Anfrage an den Anbieter gerichtet und bekam 14 Tage später Besuch von einem ÖKOBIT-Mitarbeiter zur Ortsbesichtigung.

„Wichtig war uns, dass ÖKOBIT sich um den kompletten Anlagenbau gekümmert hat. Das ÖKOBIT-Konzept  hat uns von Anfang an überzeugt, weil es Hand und Fuß hatte. Außerdem konnten wir uns von der Qualität der Materialien und der Ausführung vorab beim Besuch einer Biogasanlage und im Gespräch mit dem Betreiber überzeugen. Nicht zuletzt spielte auch der von Anfang an partnerschaftliche Umgang für uns eine Rolle bei der Entscheidung für ÖKOBIT.“

Berichtet Kevin Holl.

Zufrieden mit der Rundum-Betreuung durch ÖKOBIT

Es habe dann auch alles super geklappt, sagt er. Von der Genehmigungsplanung bis zur Inbetriebnahme beziehungsweise sogar bis die Anlage auf Volllast ging, habe das Team von ÖKOBIT das Projekt geleitet. Gegen Ende der Bauphase seien die Vor-Ort-Schulung und die Betreiber-Schulung ideal gewesen, um die nötige Sicherheit und das Detailwissen zum Betrieb der Anlage zu bekommen. Ein weiterer wichtiger Punkt, warum der Landwirt ÖKOBIT weiterempfiehlt ist, dass die in der Vertriebsphase  kalkulierten Gesamtkosten des Projektes eingehalten wurden.

Das Fazit der Holls ist:

„Wir haben uns mit der FarMethan-Anlage ein zweites Standbein aufgebaut und sind jetzt nicht nur Land- sondern auch Energiewirte. Vor allem aber ist die Steigerung des Düngewertes ein großes Plus für unseren Biobetrieb.“