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Biogastechnologie

Die wichtigsten Anlagenteile einer Biogasanlage im Überblick.

 

Biogas-Entstehung und -Nutzung im Überblick

Vor-/Sammelgrube:
Sie dient zur Sammlung und Homogenisierung der in die Anlage einzuspeisenden flüssigen Substrate. Größe und Ausstattung (Mixer, Zerkleinerungseinrichtungen, Pumpen) richten sich nach den eingesetzten Materialien. Hierbei können bei entsprechender Eignung und Einhaltung der Sicherheitsvorschriften auch bestehende Güllegruben verwendet werden.

Feststoffdosierer:
Dient zur Einbringung von festen Substraten in die Biogasanlage. Es gibt dabei grundsätzlich zwei Varianten die zum Einsatz kommen können: Presskolbensysteme oder Schneckenlösungen. In jedem Fall ist es wichtig, dass das eingesetzte System mindestens eine Tagesration aufnehmen kann und diese in mehreren Intervallen dem Fermenter automatisch zuführt.

Fermenter:
Dient zur anaeroben Vergärung der Substrate wobei Biogas entsteht. Dieser wird nach dem Stand der Technik stehend ausgeführt werden. Die Größe ist von der Menge der einzuspeisenden Substrate und der gewünschten Aufenthaltsdauer abhängig. Der Fermenter ist beheizbar, isoliert, wetterfest verkleidet, mit einem oder mehreren Rührwerken und einer Möglichkeit zur Entnahme des Biogases versehen. Der Behälter wird dabei wunschgemäß in Edelstahl (Segmentbauweise) oder Beton (C 35/45, Fertigteilbauweise) erstellt.

Nachgärer:
Dabei handelt es sich um einen gasdichten Lagerbehälter, welcher bis auf die Beheizung einem Fermenter gleichzusetzen ist. In ihm findet ein weiteres "Ausgasen" des Gärmasse statt. Der Behälter wird dabei wunschgemäß in Edelstahl (Segmentbauweise) oder Beton (C 35/45, Fertigteilbauweise) erstellt.

Endlager:
Das Endlager ist ein offener Behälter zur Lagerung des ausgegasten Gärrestes. Der Behälter wird dabei wunschgemäß in Edelstahl (Segmentbauweise) oder Beton (C 35/45, Fertigteilbauweise) erstellt. Vorhandene, dem Zweck und den Vorschriften entsprechende Güllelagerbehälter können mitbenutzt werden.

Gaslager:
Das Gaslager dient zur Zwischenspeicherung des entstehenden Biogases bis zur weiteren Nutzung. Das Gaslager ist in den Fermenter und Nachgärbehälter integriert. Dabei werden Fermenter und Nachgärer mit einer gasdichten Membran abgedeckt, deren Außenseite durch eine zweite Membran geschützt wird. Zwischen den beiden Membranen wird mit geringem Überdruck Luft eingeblasen, wodurch das so genannte Tragluftdach entsteht, welches die Gasmembran zuverlässig vor Sonne, Wind, Kälte, Hagel und Schneelast schützt.

Blockheizkraftwerk (BHKW):
Im Blockheizkraftwerk wird das entschwefelte und getrocknete Biogas verwertet. Die im Biogas enthaltene Energie wird zu ca. 35 % in elektrische und zu ca. 50 % in thermische Energie umgewandelt. Die elektrische Energie kann ins öffentliche Elektrizitätsnetz eingespeist werden (EEG), die Wärme wird auf dem Betrieb oder in der näheren Umgebung möglichst sinnvoll verwertet.

Gasaufbereitung:
Beim Einsatz der Gasaufbereitungs-Technik wird das erzeugte Biogas nicht wie herkömmlich in einem BHKW zu Strom und Wärme umgewandelt, sondern auf Erdgasqualität aufbereitet. Dabei kann der Methangehalt des Bioerdgases mittels verschiedener Verfahrensweisen erhöht werden. Für eine Biogas-Aufbereitung mittels Druckwasserwäsche (DWW) werden lediglich größere Mengen Wasser als Absorptionsmittel benötigt. So kann bei der DWW gänzlich auch einen Einsatz von Chemikalien verzichtet werden. Weiterer Vorteil der Druckwasserwäsche ist der hohe Reinheitsgrad des mit der DWW-Technik aufbereiteten Biogases. Der Methangehalt beträgt mindestens 97%,der CO² Gehaltist größer als 2,5% und der Methanverlust liegt unter 2%.
Das aufbereitete Biogas ist ein vollständiges Erdgas-Äquivalent und kann entweder in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden oder wie bspw. in Schweden als Treibstoff in herkömmlichen Erdgastankstellen für PKW, LKW oder Busse eingesetzt werden.

Die Biogastechnik:
Ist nach der Nutzung der Wasser- und Windkraft zum wichtigsten regenerativen Energieträger bei der Stromerzeugung geworden. Ca. 3.700 Biogasanlagen produzieren in Deutschland Strom, und dies ohne die Entstehung radioaktiver Strahlung oder zusätzlichem Abfall. Deutschlandweit decken über 550 Mio. Kilowattstunden Biogasstrom den jährlichen Strombedarf von über 700.000 Haushalten.

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